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The Chinese Encounter With The Bear. Oder: China hat eine Bären-Phobie!

2. März 2016 , Geschrieben von The Risk Manager Veröffentlicht in #Common

Als ich folgende Meldung las, konnte ich echt nur ungläubig den Kopf schütteln. Ziehts euch mal rein! Hier die wichtigsten oder besser witzigsten Auszüge der Meldung...

Die Turbulenzen an den Aktienmärkten kosten den Chef der chinesischen Börsenaufsicht den Job. Xiao Gang, der als Erfinder des Stopp-Mechanismus gilt, konnte die jüngsten Kursstürze nicht stoppen - und wurde entlassen.

Der 57-jährige Xiao gilt als Erfinder des Stopp-Mechanismus, bei dem der Börsenhandel nach größeren Verlusten eingestellt wird. Dieses System war erst zu Jahresbeginn in der Volksrepublik eingeführt, aber wegen massiver Turbulenzen schon am 7. Januar wieder beendet worden. Kritikern zufolge hat dieser Mechanismus zur Panik an den Märkten beigetragen.

Allerdings konnte Xiao nicht verhindern, dass im Sommer 2015 binnen wenigen Monaten die Aktienkurse um 40 Prozent einbrachen und weltweit Sorgen um die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft auslösten. Im Januar spitzte sich die Lage durch den Stopp-Mechanismus zu. Dabei wurde der Handel an der gesamten Börse ausgesetzt, wenn bestimmte Limits unterschritten wurden.

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Ich glaube, wer nur halbwegs etwas von freier Marktwirtschaft versteht, dem entgleiten bei diesen Zeilen die Gesichtszüge. China macht den Chef seiner Börsenaufsicht dafür verantwortlich, dass die Aktienmärkte zu heftig abgestürtzt sind. Da er die Marktkräfte der Börse leider nicht zufriedenstellend außer Kraft setzen konnte, fliegt er aus seinem Amt und erledigt gleichzeitig den Job als Sündenbock, der zusätzlich für die jüngsten Wirtschaftsturbulzen verantworlich gemacht werden kann. Die vielen ungebildeten Ahnungslosen aus Fernost, fressen den Köder natürlich.

Stell dir das mal für Deutschland vor: Verliert der Dax mehr als 25% an Wert, muss der BaFin Chef seinen Hut nehmen. Zu gut, echt.

Kneift mich einer, bitte!

Image courtesy of [surfing internet] at FreeDigitalPhotos.net

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Nebenbei bemerkt hat sicherlich nicht dieser Chinese den sog. Circuit-Breaker Mechanismus erfunden! Er war, wenn überhaupt, der Erste der solch einen Handelsstopp-Mechanismus gleich auf die ganze Börse anwenden wollte. An anderen Handelsplätzen finden die - eingedeutscht 'Teufelskreisbrecher'- bei Einzelaktien schon lange Verwendung, wenn ihre Kurse über einen vorher festgelegten Betrag abrauschen.

Für außenstehende Beobachter vermitteln die Chinesen momentan den Eindruck, einer, von der Kehrseite der Marktwirtschaft völlig unvorbeitet getroffenen Herde aufgescheuchter 'Möchtegern Kapitalisten'. Nach Dekaden des unaufhaltsamen Aufstiegs ihrer Börsen und der Wirtschaft, lernen die Chinesen nun den Bärenmarkt kennen.

Leider liebe Chinesen, werdet auch ihr schon bald akzeptieren müssen: Dieser Bär lässt sich nicht zähmen! Weder von kommunistisch geprägten Staatsinstitutionen und noch weniger von vermeintlich demokratischen Einrichtungen des Staates nach westlichem Vorbild. Im besten Fall kann ihn die anmaßende Politik nur über eine gewisse Zeit in Zaum halten. Wenn ihr das eine Loch zustopft, wie die Notenbanken es im Westen praktizieren, spritzt es früher oder später woanders raus. Denn: Was raus muss, muss raus! Das gilt auch bei euch, liebe Chinesen.

Zur bildhaften Veranschaulichung des Löcherstopfens empfehle ich den Kinofilm 'Das Boot' aus dem Jahr 1981 anzugucken!

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