Böse Wolfsrudel greifen den Euro an bla, bla, bla...
...jeden Tag die gleichen Schlagzeilen.
Nun mal zu den Fakten:
Im Zeitraum von Juli bis Ende Oktober 2008 ist der Euro zum Dollar um 37 Cent abgerauscht. Die aktuelle Abwärtswelle hat ein Ausmaß von knapp 30 Cent, läuft aber bereits deutlich länger, als jene 2008. Auch wenn sie jetzt eventuell die erste überbieten wird: wieso reden schon jetzt sämtliche europäischen Politiker von Wolfsrudeln und mafiösen Organisationen, welche sich blutrünstig auf unsere Währung stürzen und angeblich nur deren Niedergang im Sinn haben?
Außerdem muss davon ausgegangen werden , dass der rein spekulative Anteil an dieser Kursbewegung längst nicht so hoch ist, wie viele vermuten. Der Devisenmarkt ist der größte Finanzmarkt der Welt. In diesen Bewegungen spiegeln sich die globalen Geldströme wider. Die Gesamtsituation in Europa verunsichert zur Zeit einen Haufen von Investoren, weltweit. Dazu zählen Unternehmen aus der Realwirtschaft, Pensionsfonds, Staatsfonds, Investmentsfonds, und und und. Sie alle ziehen Gelder aus EWU-Staaten ab. Spekulanten (Hedgefonds) beschleunigen Marktbewegungen, aber langfristig wird der Preis sich genau dort einpendeln, wo er nach Ansicht des breiten Marktes hingehört. Da können sich die Spekulanten noch so quer stellen.
Die tatsächliche Situation ist - wohlgemerkt vom Kursverlauf - “noch” längst nicht so dramatisch wie im Jahr 2008 und es herrscht in Europa eine Hetzjagdt auf die die Spekulanten, dass es fast schon einer Hysterie gleichkommt. Spekulanten wurden zwar vor zwei Jahren auch schon für vieles verwantwortlich gemacht - komischerweise habe ich aber diese Anschuldigungen damals nie in Bezug zum fallenden Euro gehört.
Wie bitte geht das zusammen?
Es drängt sich hier der Verdacht auf, dass der unter Druck geratene Euro von der Politik für eigene Interessen missbraucht wird. Und zwar um von den eigenen Fehlen abzulenken und zum anderen, um eine in Europa schon lange geplante Finanztransaktionssteuer einzuführen. Der Vorteil dieser Steuer für Politiker liegt auf der Hand: es besteht hiermit die Möglickeit, neue Steuereinnahmen zu generieren, ohne die breite Wählermasse vergraulen zu müssen.
Auf die Gefahr hin, dass die europäische Börsenlandschaft damit stark in Mitleidenschaft gezogen werden kann.

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