Zum Thema Schlecker Frauen und Rettungsschirm...
...fällt mir ein passender Spruch der Investorenlegende Warren Buffett ein:
"Es lasse sich nicht vermeiden, dass die Regierung in einigen Fällen Unternehmen retten müsse, weil sie so groß sind, dass ihr Kollaps vielen anderen Unternehmen schaden würde. Der Preis dafür sollte jedoch extrem hoch sein. „Man muss dafür sorgen, dass die Neigung, Pleite zu gehen, reduziert wird“. Vorstandsvorsitzende, deren Unternehmen gerettet werden müssen, sollten „total pleite“ zurück bleiben – das gelte auch für deren Lebensgefährten.
Da Schlecker nicht systemrelevant ist, und das Unternehmen nicht direkt unterstützt wird, liegt der Verdacht nahe, dass es bei der Länderbürgschaft für Schlecker Angestellte um poltische Profilierungsspielchen geht. Hier vornehmlich um die des BaWü Wirtschaftsministers Nils Schmid, denn dieser treibt die Initiative voran.
Auch wenn es auf den ersten Blick um die armen Schlecker Frauen - denen natürlich sofort ein Sellsorger zur Seite gestellt wurde - geht, ist eine Transfergesellschaft auch eine Unterstützung für die Eigner der Firma Schlecker durch die Hintertür.
Von einer Transfergesellschaft profitieren allen voran die Schlecker Familie und mögliche Investoren. Ihnen bleiben so potentielle Kündigungsklagen und Abfindungszahlungen erspart, denn wer den Weg in die Transfergesellschaft geht, muss schriftlich auf derartige Forderungen verzichten.
Im gleichen Atemzug kann sich der Wirtschaftsminister aber auch damit brüsken, tausenden von Beschäftigten ein "Hart Landing" erspart zu haben, sollte es noch zu einer Einigung für sein Vorhaben kommen. Das könnte seinem Image sehr zuträglich sein und er krabbelt so zudem ein wenig aus dem Schatten seines grünen Seniorpartners Kretschmann heraus.
Auf der anderen Seite der Medaille steht der Steuerdummy - wie so oft. Er bezahlt die staatliche Untertsützung der Entlassenen bei Schlecker für ein zusätzliches halbes Jahr, denn genau das bedeutet die Transfergesellschaft in der Praxis.
Für 2015 kündigt sich übrigens bereits der "ORS" an - Opel Rettungsschirm. Ich wette: Auch hier wird sich die Politik nicht raushalten, wenn es bei dem Autobauer tatsächlich zur Sache gehen könnte.
Fazit: Ständige Einmischung des Staates, Auffanggesellschaften, Bürgschaften und Rettungsschirme weisen alle Merkmale auf, nur nicht die einer kapitalistischen Marktwirtschaft. Sollte diese Art der Politik das Wesen der neuen sozialen Marktwirtschaft darstellen, plädiere ich dafür, lieber den Ausdruck sozialistischer Kapitalismus zu verwenden.

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