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Wyman Studie zur Finanztransaktionssteuer: Politischer Irrweg

22. Juli 2013 , Geschrieben von The Risk Manager Veröffentlicht in #Trading

Die sogenannte Wyman Studie - in Auftrag gegeben durch das deutsche Aktieninstitut - attestiert der von Brüssel geplanten Börsensteuer das Urteil "Politischer Irrweg".

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Die Finanztransaktionssteuer ist ein Knieschuß ins eigene Bein der Europäer

Ich gehe sogar soweit und nenne die ganze Sache - aus voller Überzeugung heraus - "Knieschuß ins eigene Bein".

Spätestens nach dem Ergebnis dieser ausführlichen Studie zu den Auswirkungen der geplanten europäischen Börsensteuer sollte auch dem letzten Unbeteiligten klar sein, warum die Einführung dieser sehr speziellen Steuer auf Finanztransaktionen, seit ihrer "Erfindung" in den 1970er Jahren durch James Tobin, nie auf breiter Front umgesetzt werden konnte bzw nach nur kurzer Zeit wieder aus dem Verkehr gezogen wurde.

Kurz gesagt: Die geplante Finanztransaktionssteuer ist ein weiteres Problem und nicht die Lösung für die Finanzkrise.

Die Finanztransaktionssteuer ist nicht einfach irgendeine weitere Steuer auf ein Produkt

Wird diese Steuer umfassend erhoben, erzeugt sie Rückkopplungseffekte und nachteilige Auswirkungen quer durch die gesamte Wirtschaft und trifft alle Privatleute vom Sparer, über den Rentenvorsorger, Lebensversicherer bis zu den - gerade in Deutschland stark vertretenen - Exportunternehmen.

Dadurch wird durch sie sogar das Wirtschaftwachstum direkt negativ beeinflußt und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes verschlechtert.

Obendrauf wird dem Geld ausländischer Investoren der Weg nach Europa erschwert, weil die Kosten von Geldbewegungen signifikant steigen und die Attraktivität der europäischen Finanzmärkte, gegegnüber Regionen ohne eine solche Steuer, schwindet.

Die Studie kommt  zu einem klaren Ergebnis: Der deutsche Staat kann zwar mit zusätzlichen Einnahmen von rund 10 Mrd Euro rechnen, davon müssten aber Privatanleger sowie Unternehmen bis zu drei Viertel aufbringen. Nur der kleinere Rest bliebe tatsächlich beim Finanzsektor und seinen Großbanken hängen, weil sie die Steuer teilweise aushebeln- und vor allem auf ihre Kunden abwälzen können.

Dummerweise war es aber genau das Ziel der Politik, mit dieser Steuer die Bank - Branche für ihre Taten der Vergangenheit zur Kasse zu bitten!

Wie, fragt man sich, wollen die Politiker aus Brüssel, Berlin und Paris ihrer Wählerschaft diese gravierende Diskrepanz zwischen Ziel und Weg dorthin seriös erklären?

Es ist ein unmögliches Unterfangen, denn der Euroraum steckt zusätzlich noch in einer wirtschaftlichen Stagnation oder sogar Rezession. Wirft man da noch zusätzlich Stöcke in die Speichen? 

Konsequenterweise muss den 10 Milliarden Euro - welche möglicherweise dem deutschen Fiskus über diese Steuer zufließen würden, auch die andere Seite (alle oben genannten Faktoren) der "Börsensteuer Medaille" gegenübergestellt,- und dann beide Seiten miteinander verrechnet werden. Erst dann ist ein finanzieller Nutzen dieser Steuer überhaupt abschätztbar. Bisher präsentiert die Politik der Öffentlichkeit wohlweislich nur die wackelig kalkulierte Einnahmenseite.

Fazit

Die Liste der möglichen Negativeffekte und Kollaterlaschäden, ausgelöst durch eine Umsetzung dieses europäischen Großprojekts, ist lang und wird mit jeder neuen seriösen Studie länger. Die Chefin des deutschen Aktieninstituts Bortenlänger plädiert deshalb ganz eindeutig dafür, diese gut gemeinte aber im Ergebnis sehr sehr fragwürdige Finanztransaktionssteuer besser ad Akta zu legen. Auch die weiteren Ziele der Politik bei der Finanzmarktregulierung können mit der Einführung einer solchen Börsensteuer (Eindämmung der Spekulation und niedrigere Volatilität an den Finanzmärkten) nicht effektiv ereicht werden.

P.S. Wer private Altersvorsorge betreibt, kann im Bericht von heute.de sehr schön nachlesen, was diese Steuer für seine Riesterrente im Detail bedeutet. Ich garantiere dir, mit deiner guten Laune wird es dann - trotz besten Sommerwetters - schnell vorbei sein. Aber manchmal geht es eben nicht anders.

Quelle: Frankfurter Neue Presse, heute.de

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