Coin Flip Blog

Was wir aus dem Subprime Markt über Euro-Bonds lernen können

23. Januar 2011 , Geschrieben von Der Risikomanager Veröffentlicht in #Common

Jean Claude Juncker: "Wollt ihr die totale Transferunion"?

 

Was mir dabei überhaupt nicht gefällt ist die Tatsache, dass sich Europas Randzone mit Hilfe von Euro-Bonds wohl dem Druck der Finanzmärkte entziehen kann - zumindest teilweise. Was wäre mit den Griechen passiert, wenn die Märkte nicht den Finger in die Wunde gelegt hätten? Alles wäre weitergelaufen wie vorher und mit einiger Verzögerung, hätte der Rest Europas um noch einiges doofer aus der Wäsche geguckt.

 

Kaum vorstellbar, dass sich die Europäer derart zuammenraufen, dass es zu einer handfesten politischen Union kommen wird. Aber nur, wenn sich Europa gänzlich aufeinander einlässt, hat auch die Gemeinschaftswährung eine echte, langfristige Chance. Europa wurde aber schon des öfteren abgeschrieben und erfand sich doch wieder neu. Warten wir es ab.

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Hier ein Zitat von Hans Peter Grüner (Handelsblatt-Blog-Autor und VWL Prof. an der Uni-Mannheim)

 

Betrachten wir den Plan im Detail. Ein Teil (60 Prozent des Bruttoinlandsprodutes) der Schulden eines Landes erhält eine europäische Garantie und wird im Fall eines Staatsbankrotts vorrangig bedient. Wer sich stärker verschuldet, legt nachrangige nationale Bonds auf. Wenn nun die Euro-Bonds von dem jeweiligen Land auch vorrangig bedient werden, dann sind die nachrangigen Bonds – ähnlich wie die Equity Tranche der verbrieften Subprime Kredite – besonders riskant. Denn wenn ein Land sich zu 120 Prozent seines Bruttoinlandsprodutes verschuldet, und 60 Prozent vorrangig bedient, dann verdoppeln sich die Verluste der nachrangigen Papiere. Damit steigen deren Zinsen. Sie fallen nicht.

Warum die Zinsen, die Handelsblatt Research malt, fallen ist mir nicht klar. Vielleicht ist an die disziplinierende Wirkung der Stabilitätsregeln gedacht, die den Schuldenstand auf Dauer senken sollen. Dann ist das aber keine kurzfristige Lösung des Griechenland Problems oder irgendeines anderen Problems in der Eurozone. Und diese neuen Stabilitätsregeln erinnern doch stark an einen Stabilitätspakt mit automatischen Sanktionen. Den wollte kürzlich noch kaum jemand haben.

Vielleicht ist die Idee aber auch, daß die Euro-Bonds im Falle eines nationalen Defaults von Europa zurückbezahlt werden und nur der Rest aus dem betroffenen Land. Dann wären fallende nationale Zinsen in Griechenland zu erwarten, denn wir hätten die Transferunion.

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