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Trade #89 Chart

1. Februar 2011 , Geschrieben von Der Risikomanager Veröffentlicht in #CFT Trades

Zum jetzigen Zeitpunkt sieht jeder im Chart, dass ich für mein ursprüngliches Anfangsrisiko eigentlich reichlich ausbezahlt worden sein sollte. Haha, denkste. Wie steht das gleich ganz oben auf der Website? Der Exit muss clever sein...bla bla bla

War mein Exit clever, oder nicht? Habe ich einen echten Fehler gemacht? Kann/muss ich was aus dem Trade lernen? Solche Fragen stell ich mir oft nach Trades, besonders nach solchen wie heute.

Betrachte ich die Situation vor Positionseröffnung, hatte ich gute Gründe für ein direktes Take Profit bei 123,23. Eine halbe Stunde danach, wurde ersichtlich, dass ich mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu einem sehr guten Preis in die Abwärtsbewegung eingestiegen bin. Plötzlich eröffnete sich für mich also eine weitere Handlungsalternative. Nämlich, auf einen Halbtages-Move oder mehr zu spekulieren. Dafür sprach die Dynamik des ersten Abwärtsschubs, aber auch die Tatsache, dass ich den Weg des geringsten Widerstands der letzten Wochen auf meiner Seite haben sollte. Die deutlich sichere Gewinnwahrscheinlichkeit hatte nat. die Take Profit Variante am oberen Ende der Zielzone zu Buche stehen. Beide Exitstrategien waren vertretbar und der Preis für die zweite Möglichkeit lag bei 22 bzw. 28 Punkten per contract. Ich musste mir nur noch die Frage beantworten, ob ich bereit bin, diesen Preis zu zahlen. Zu oft bekomme ich nicht die Chance, mit dem Weg des geringsten Widerstandes so aussichtsreich einzusteigen, und ich entschloß mich dazu, dass Risiko einzugehen.

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Ärgerlich an der Sache ist nur der Punkt, dass ich mich durch ein b/e Stop letztlich um den Lohn gebracht habe, denn meine Einschätzung des Tagesverlaufs ist im Grunde richtig gewesen. Ein Trader muss wissen, b/e Stops sind oft charttechnisch Nonsens und dienen vorzugsweise mentalen und Risikosteuerungszwecken. Das am Kursverlauf ausgerichtete Stop Loss hätte mich - zu einem noch akzeptablen Restrisiko - in der Bewegung gehalten.

Wurde ich also Opfer meiner Psyche? Eine knifflige Frage, weil der Trade unter Verwendung eines recht großen Stops für den Intradayhandel im Bund, bereits mehr als das Initialrisiko eingespielt hatte. Zudem war mir klar, dass die Kurse im Idealfall kein neues Tageshoch mehr machen dürfen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass der Trader mit seiner Entscheidung leben kann. Schafft er das nicht und geht "tilt", wenn er doch noch mit Verlust rausfliegt, bekommt sich nicht rechtzeig in den Griff und scheisst im Anschluß auf sein Tradingplan, hat er mit Sicherheit die für ihn zu diesem Zeitpunkt falsche Entscheidung getroffen. Er hatte sich dann wohl nur vorgemacht, dass er bereit sei den Preis zu zahlen und fiel vielleicht eher seiner Gier zum Opfer.

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