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Trade #183 Update

17. Juni 2011 , Geschrieben von Der Risikomanager Veröffentlicht in #CFT Trades

Position flat

8:30 long fill @126,42 Lot 3

Stop Loss: 126,22

TA I: 126,53

TA II: 126,62

8:45 SL @126,34

8:53 Exit @126,52 +10

 

P/L +30 , R +0,49

Chart

FGBL-09-11--17_06_2011--15-Min-.gif

Fürs Ego hat der heutige Trade mehr gebracht, als für den Account. Das Konto wird mit diesem Trade eher um b/e gehalten werden. Mit zwei Kontrakten - bei gleichem P/L - wäre das hingegen ein klarer Gewinnbringer gewesen. Normalerweise hatte die erste Zielzone einen zu kleinen Reward für das eingegangene Risiko. Trotzdem entschied ich mich heute einen ziemlich schnellen und sicheren Gewinn abzugreifen.

Tradingtechnisch war mein Gedankengang um 8:45 Uhr dazu, folgender: Die Odds sind kurzfristig gegen die Position. An b/e werde ich definitiv ausskallieren. Aktuell habe ich die Möglichkeit ohne weiteres Risiko und mit allen Kontrakten in der Pipeline 33 bzw 30 Punkte einzukassieren (Geld werde ich dadurch langfristig nicht verlieren - wichtig!!). Ein Test des Scaleout Levels ist recht wahrscheinlich. Selbst wenn ich nur 1/3 rausschmeiße, habe ich weiter 16 Punkte Risiko auf der Restposition und die Kurse müssen min. bis TA II laufen, damit sich die Variante zu lohnen beginnt. Das ist zwar realistisch, aber der Bund befindet sich seit gestern in einer Range. Der wichtige Widerstandsbereich fängt dummerweise genau auf dem Niveau meiner TA I an.

Das hat letzen Endes den Ausschlag dafür gegeben, mich sofort mit voller Position davon zu machen. Wäre TA II beispielsweise auch innerhalb der Range, und noch unterhalb der wichtigen Widerstandszone gewesen, hätte ich bei gleichen Reward-Parametern 100%ig auf die zweite Zielzone gewettet.

Wer das Experiment verfolgt, wird mitbekommen haben, dass ich auch schon genug Entscheidungen getroffen habe, die am Ende des Handelstages längst nicht so gut ausgesehen haben. Ein Trader darf sich nichts vormachen: Kurzfristig ist einiges an Glück ausschlaggebend, ob eine Tradingentscheidung sitzt, oder nicht. Viel wichtiger ist, dass eine Entscheidung getroffen wird, die dem Account langfristig kein Schaden zufügen wird. Ist das sichergestellt, kann sich ein Trader auch mal für die TM - Variante entscheiden, mit der er in der aktuellen Situation am besten leben kann.

Die mentale Einflußgröße ist beim nicht mechanischen Handel enorm. Letzter Wochentag, schlechter Wochenstart, und du hast jetzt "noch" die sichere Chance, doch eine ganz ansehnliche Gewinnwoche zu produzieren. Zeigen sie jetzt etwas Einfühlungsvermögen, dass sind die Gedanken im Livehandel, mit eigenem Geld im Risiko. Wäre ich diese Woche dicke vorne gewesen, hätte es durchaus sein können, dass ich mir über einen möglicherweise entgangenen größeren Gewinn, mehr den Kopf zerbrochen hätte, als über einen eventuell noch eintretenden Verlusttrade. Das Ergebnis des Trades #183 wäre dann ziemlich anders ausgefallen, aber solange es im Rahmen meines Ansatzes legitim gewesen ist, no problem. Es muss legitim sein, dass ist der Punkt.

Ein Trader wird hin und  wieder "schwache" Momente erleben, bei denen er mit etwas Rücksicht auf sein mentales Befinden handeln sollte. Langfristig wird es sich auszahlen, für den Moment evtl. nicht mathematisch optimal agiert zu haben. Denn das mentale Gleichgewicht bleibt dafür intakt, und dass ist die Grundlage für beste Performance. Außerdem steigt Lebensqualität und Wohlbefinden erheblich. Aber: Das hier angesprochene sind Ausnahmen, und sie dürfen nicht zur Regel werden. Immer nur den gefühlsmässig bequemsten Weg einzuschlagen, wird nach hinten losgehen.

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