Coin Flip Blog

Trade #100 Chart (Anniversary)

17. Februar 2011 , Geschrieben von Der Risikomanager Veröffentlicht in #CFT Trades

Endlich dreistellig bei Coin-Flip-Trading. Nein, leider nicht die Rendite. "CFT" hat lediglich 100'jähriges. Aber hey, bleiben wir mal auf dem Teppich. Die ersten 100 Trades hätten auch deutlich schlechter über die Bühne gehen können.

Die für diesen Trade elementare Entscheidung stand bereits um ca. 13.45 Uhr an. Hier galt es abzuwägen, auf einen Break out über die 122,44 zu setzen, oder nicht. Heute orientierte ich mich nach der langsamen Eröffnungsphase stark am Stundenchart. Zu besagtem Zeitpunkt sah es in diesem Zeitrahmen noch optimal aus. Es muss aber immer bedacht werden, dass ich den Closekurs des aktuellen Bars noch nicht kannte. Deshalb wartete ich noch die 14 Uhr ab. Dabei hoffte ich, dass es zu einem deutlich grünen Barclose kömmen würde. Ein Doji sprang jedoch dabei heraus. Ein erstes nicht ganz so tolles Zeichen für einen direkten Break out, ohne neue 60er Bartiefs (übergeordnet hielt ich weiter anziehende Preise dennoch für recht wahrscheinlich). Die Kurse befanden sich auf einem kritischen Level, direkt unter dem VTH. Idealerweise sollten keine relativen Tiefs im 15er mehr kommen, dass war eindeutig. Zudem standen um 14:30 die Jobless Claims an. Da der Trailstop nicht wirklich weit entfernt war, standen die Chancen gut, dass ich alleine durch kurzfristig auftauchende Volatilität alle bisherigen Gewinne hergeben muss. Selbst wenn die Position danach wieder aufkommen sollte. Ich machte es mir weiss Gott nicht leicht mit dieser Entscheidung, denn ich hatte ja auch die volle Position in der Pipeline.

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Mein Gedankengang war also folgender: Rein vom Tagesverlauf her, sehe ich meine Fälle davon schwimmen, wenn die 123,28 fällt. Hört sich an wie im Krieg hier. Die Auszahlung war bis dato, mit etwa dem Initialrisiko, schon recht deutlich ausgefallen. B/E müsste ich auf jeden Fall gehen. Wobei die charttechnsich ausschlaggebende Marke bei 122,19 kein signifikant größeres Risiko bedeutet und somit  für den Trailstop auch noch vetretbar ist. Die anstehenden News sind aber in der Lage, alles umzukrempeln. Läuft es schlecht, muss ich mit negativer Slippage rechnen und bleibe nach einem R Gewinn, auf einem möglicherweise deutlicheren Verlust sitzen. Spielen die News meiner Position in die Hände, kann es doch noch umittelbar zu deutlichen Hochs kommen, selbst wenn die 123,28 im Vorfeld unterschritten worden ist.

Meinem Charakter entsprechend, entschloß ich mich doch für die etwas weniger risikoreiche Exitvariante und sicherte einen kleinen Vorteil der Bewegung ab. Wer bei den letzten beiden Trades nur auf den max Gewinn abgezielt hätte, stünde jetzt mit min. 100 Punkten mehr da.

Daran ist gut zu erkennen, was es heisst, einen Tradingansatz zu entwickeln, der zu der eigenen Persönlichkeit paßt. Es bringt wenig, sich Tag für Tag seinem Naturell entgegenzustemmen. Trading muss locker von der Hand gehen und darf nicht in Kampf und Krampf ausarten. Tut es das, ist es langfristig nicht gut für die eigene Gesundheit, und die Entscheidungfähigkeit kann obendrein noch darunter leiden. Ein solches Trading ist in meinen Augen eine tickende Zeitbombe und nicht der Weisheit letzter Schluß. Solange das Grundkonzept stimmt, und sich der Tradingansatz im Rahmen der Prinzipien erfolgreichen Tradings bewegt, ist es schwer von echten Tradingfehlern zu sprechen, nur weil eine Bewegung am Markt nicht voll ausgereitzt werden konnte.

Es muss aber auch jeder ehrlich zu sich selbst sein. Merkt ein angehender Trader, dass die Unsicherheit und das beim Trading inherent vorhandene Grundrisiko, Geld zu verlieren, seinem Charakter so überhaupt nicht zusagt, sollte er wohl lieber früher als später das Betätigungsfeld wechseln.

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Hingi 02/17/2011 20:04


Hallo,

erstmal Glückwunsch zum 100. Geburtstag ;-)

Ich verfolge deinen Blog nun schon seit längerem und bin sehr von deinen Trades und deinem Durchhaltevermögen angetan! Bin zwar noch mitten in meiner Tradingkarierre, aber schon mal von dem Glauben
dem Einstieg zu viel Bedeutung zu schenken weit ab. Ich hätte da mal eine Frage, wie du deinen anfänglichen Stopp von ca. 20 Punkten ermittelt hast. Hast du den irgendwie berechnet, oder sind das
einfach Erfahrungswerte? Schon mal jetzt vielen Dank für deine Antwort.


Der Risikomanager 02/18/2011 10:29



Hi, danke dir. Der Standardstopp von 20 Punkten basiert rein auf Erfahrungswerten in diesem Markt. Die ATR spielte dabei auch noch eine gewisse Rolle.


Tipp: Lass dich von diesem Experiment nicht dazu verleiten, dass du den Einstieg in deinem Trading jetzt völlig vernachlässigst. Es gibt durchaus clevere Entries und nicht ganz so
schmeichelhafte. Auch wenn sich das nicht unbedingt bei der Trefferquote zeigen muss. Ein "guter" Einstieg hilft vor allem dabei, ein besseres Risk to Reward handeln zu können. Das wiederum hat
das Potential, den Profit Factor deiner Strategie zu steigern