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Griechenland plant Referendum / Volksabstimmung

1. November 2011 , Geschrieben von Der Risikomanager Veröffentlicht in #Common

Der griechische Ministerpräsident hat die globalen Finanzmärkte, aber auch die europäische Politik unter die kalte Dusche gestellt. Gestern kündigte er an, er wolle sein Volk über die Annahme der in Brüssel ausgeheckten Rettungsmaßnahmen selbst abstimmen lassen. Anscheinend wurden Freund und Feind auf dem falschen Fuß erwischt. Dadurch herrscht - nur sechs Tage nach "Merkozys - super dupa Euro Rettungsaktion" schon wieder Ausnahmezustand - nicht nur in Europa selbst. Was für eine Halbwertszeit der Krisengipfel.

Aktien, vor allem Bankwerte und der Euro, stehen seitdem massiv unter Dampf. Die Yields der Euro - Wackelkandidaten haben heute im Tagesverlauf teilweise neue Rekorde bei den Spreads zu deutschen Bundesanleihen erreicht, da die Investoren wohl unkontrollierbare Dominoeffekte befürchten.

Zu beachten ist in dem ganzen Towuhabohu, dass die Hürden für eine solche Volkabstimmung in Griechenland recht anspruchsvoll sind. Im griechischen Parlament muss mit einer absoluten Mehrheit für dieses Vorhaben gestimmt werden. Kommt es im Anschluß tatsächlich zum Referendum, müssen min. 40% der wahlberechtigten Griechen zur Urne wandern, damit das Ergbenis Gültigkeit hat. Letzteres sollte allerdings kein zu großes Hindernis darstellen - wenn es denn genug Urnen gibt, denn es geht schließlich um sehr viel. 

Lehnt die griechische Bevölkerung das Bailout Paket - mit all seinen Verpflichtungen zum Sparen ab - ist das Land auch offiziell ruckzuck bankrott. Vieles spricht dann für einen raschen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion.

Ob das wirklich so destaströse Auswirkungen auf die Eurozone haben wird, wie es die Mainstream - Eliten behaupten? Vielleicht sind wir bald schlauer und kommen der Wahrheit etwas näher. 

Da erst auf die fertig ausformulierten Verträge der letzten Gipfelbeschlüße aus Brüssel gewartet werden muss, bevor in Griechenland überhaupt eine Abstimmung stattfinden kann, schwebt dieses Damoklesschwert nun möglicherweise bis über den Jahreswechsel hinaus, über der europäischen Szenarie. Dabei werden das Vertrauen, aber auch die Nerven der Marktakteure zusätzlich strapaziert. Es ist durchaus vorstellbar, dass bis dahin auch in anderen Eurostaaten einige Politiker wegen Magenbeschwerden ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Ganz nach dem Motto des griechischen Finanzminister Venizelos, der bereits heute ins Spital einfahren durfte.

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