Coin Flip Blog

Poker - Papst Pius Heinz. WSOP Sieg ist reine Glückssache!

15. November 2011 , Geschrieben von Der Risikomanager Veröffentlicht in #Common

Pius Heinz, der neue Pokerweltmeister aus God Old Germany. Seit letzter Woche kennt ihn fast ganz Deutschland. Glückwunsch dazu!

Trotzdem hat Poker - und Turnierpoker im Besonderen - viel mit Glück zu tun. Heisst das, unser Pokerpabst ist nur ein Glückspilz? Ich sage: ja. Schauen sie sich mal den Weg zum Jackpot an.

poker.jpg

Image: Grant Cochrane / FreeDigitalPhotos.net

Am Tag acht des Turniers ging Pius Heinz mit KJ suited in den Showdown gegen John Hewitt - Hewitt  hatte AK off auf der Hand. Heinz'  Whole Cards wurden dominiert und er wurde mit 30% Siegchance zum Außenseiter in diesem Duell. Trotzdem gewann Heinz den Pot und katapultierte sein Chip Stack nach oben. Dabei legte er die Grundlage zum späteren Gesamtsieg, nachdem er zuvor viele Chips einbüßen musste. Heinz war bei dieser Hand mathematisch klar im Nachteil und nur der Zufall sicherte ihm sein Überleben bei diesem Turnier. Heinz konnte also nur mit Glück das Turnier gewinnen.

Einige Pokerveteranen sind sich einig, dass jemand ein Turnier nur dann gewinnen kann, wenn er während des Turnierverlaufs min. einmal in den Abgrund schauen musste, und wiederauferstehen konnte.

Beim Poker ist es nämlich exakt so, wie beim Trading an der Börse und bei anderen Wettspielen. Kurzfristig ist ein Trader/Spieler tatsächlich vom puren Glück abhängig. Langfristig, und hier unterscheidet sich beides vom echten Glücksspiel, nimmt der Einfluss des Glücks auf den Erfolg an Bedeutung ab.

Ob ein Pokerspieler einmal ein wichtiges Turnier gewinnt, oder nicht, gibt keinerlei Auskunft darüber, ob er wirklich gut ist. Die wirklich fähigen Spieler tauchen regelmässig auf vorderen Plätzen - beim Turnierpoker sagt man "im Geld" - auf. Irgendwann hat dann fast jeder mal das Quentchen Extraglück auf seiner Seite und räumt den Jackpot ab - also schafft es mindestens an den Finaltisch.

Bei einigen schlägt das Glück schneller zu, als bei anderen. Sich ernsthaft zu grämen, weil einem trotz guten Spiels nicht gleich ein Turniersieg gelingt, ist amateurhaft. Die einzige Strategie, welche beim Turnierpoker langfristig zum Erfolg führt, ist, eine Mischung aus konstant gutem Pokerspiel sowie hoher Turnierpräsenz. Durch diese zwei Komponenten lässt sich das Glück erzwingen.

Diesen Post teilen

Kommentiere diesen Post

Susanne 11/17/2011 13:44


Ich würde sagen es gehört nicht nur Glück dazu sondern auch noch eine ordentliche Portion Können. Es nützt einem das beste Blatt nichts, wenn man es einem sofort am Gesicht ablesen kann, dass man
tolle Karten in der Hand hält. Genauso läuft es anders herum, dass man auch mit miesen Karten die Runde gewinnen kann, wenn man gut blufft.


Der Risikomanager 11/17/2011 17:31



Hallo Susanne. Du hast vollkommen Recht. Ich habe das Können nur in die Phrase "konstant gutes Pokerspiel" verpackt (s. letzter Absatz). Ich hoffe, du hast soweit gelesen?!


Zu Beginn etwas provozierend geschrieben, gebe ich zu. War aber auch meine Absicht.