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Occupy Wallstreet, Euro - Krise, Ende des Kapitalismus!?

18. Oktober 2011 , Geschrieben von Der Risikomanager Veröffentlicht in #Common

Es wird auf alle Fälle - in nicht allzu ferner Zukunft - die Glocke zur nächsten "Runde" geläutet. Unter welchen Bedingungen unsere Gesellschaft dann die nächste Runde eröffnet, bleibt abzuwarten. 

capi

Dirk Müller aka Mr. Dax. Erinnern sie sich noch, der leicht ergraute Börsenschönling vom Frankfurter Börsenparkett? Auch wenn vielleicht etwas Wichtigtuerei mitschwingt, so ganz planlos sind seine Ausführungen nicht. 

In einem Interview antwortete er auf die Frage, wie wir aus dem ganzen Finanz- und Schuldenschlamassel wieder rauskommen könnten,mit einem verflucht direkten Satz:

Indem wir ganz von vorn anfangen. Unser Finanzsystem ist am Ende.

Hört sich krass an aber ist nicht so weit hergeholt. Ich zähle mich auch zu diesen Glaubensbrüdern.

Müller weiter:

Unser Finanzsystem ist so beschaffen, dass es alle paar Jahrzehnte  neu gestartet werden muss...

...Über die Jahrzehnte sammelt sich das Geld bei immer weniger Menschen an, während die Masse immer weniger davon hat. Für den Bürger spielt es am Ende gar keine Rolle, wo in diesem System die Schulden liegen – er zahlt am Ende immer; er zahlt seine eigenen Schulden sowieso, die des Staates über die Steuern, und die der Unternehmen über die Produkte, die er kauft, weil da die Zinsen in die Preise eingerechnet sind...

...das Geld ist sehr ungleich verteilt. Die Hälfte der Bevölkerung hat davon nur vier Prozent. Und die obersten zehn Prozent besitzen fast zwei Drittel dieses Vermögens...

...wir sind in der Endphase. Es wird – wie alle paar Jahrzehnte – zu dem kommen, was ich als ‚Reset’ bezeichne

Quelle: Handelsblatt

Diese Metapher mit dem Warmstart eines PC's ist übrigens von mir geklaut, mittlerweile höre ich sie immer öfter. Müller gibt dem System eher kein Jahrzent mehr, sondern weniger Zeit, bis es erneut zu einer Umverteilung von Vermögen kommen wird. Dann aber in die andere Richtung als sonst.

Währungsreform, extrem hohe Spitzensteuersätze, oder sogar einmalige Sonderabgaben auf zB Immobilien oder Geldvermögen bis bin zu starker Inflation und Schuldenschnitt (Griechenland können die Politiker schon mal als Testspiel betrachten und üben) sind die Mittel der Wahl, solch eine Umverteilung von oben nach unten durchzuführen und damit den Resetknopf zu drücken.

Wohl dem, der in näherer Zukunft finanziell nicht viel zu verlieren hat, oder wie Die Arschkarte ziehen dieses Mal andere - wenigstens vom absoluten Standpunkt aus gesehen. Aber seien sie unbesorgt: Verhungern wird die jetzige Elite sicher nicht. Sie wird darauf vorbereitet sein und im Gegensatz zu den meisten anderen wird sie sich vom Start weg schon wieder in aussichtsreiche Positionen begeben, um das Feld erneut aufzurollen.

Die weltbekannte Boston Consulting Group (Unternehmensberatung) - obwohl auch Kapitalisten vom Feinsten - habe ich zumindest auf meiner Seite, was das Thema System - Reset betrifft. Die Attac Szene und linke Sozis natürlich auch. Nur das die im Gegensatz dazu nach dem Neustart den Kommunismus ausrufen wollen. Ich habe das eigentlich nicht vor.

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Boris 10/19/2011 20:04


Wenn man sich immer einredet, dass es keine Alternativen gibt dann wird der Kapitalismus sich von Krise zu Krise schwingen und die Menschen auffressen wo er nur kann. Nein! Man muss suchen,
arbeiten und Risiken eingehen um eine bessere Welt zu ermöglichen auch um den Preis eines Scheiterns.


Der Risikomanager 10/20/2011 12:27



Was mich betrifft: Ich rede mir überhaupt nichts ein. Zumindest in dem Punkt "Risiken eingehen" sind wir aber deckungsgleich.

Warum droht der Kapitalismus in diesen Tagen denn zu straucheln? Weil in der Bankenbranche - und in Teilen auch in der Realwirtschaft - eben gerade keine echte Marktwirtschaft mehr stattfindet,
sondern sozialistisch artverwandte Spielchen getrieben werden. Wo das hinführt sieht man ja, zu Frust in der Gesellschaft.


Solange in ihrer besseren Welt auch weiterhin Risikobereitschaft, Fleiß, Disziplin, Kreativität  angemessen belohnt, akzeptiert und gewürdigt werden, sowie Rechtssicherheit und freie
Meinungäußerung sichergestellt sind, können wir uns gemeinsam auf den Weg dorthin begeben. In Bezug auf Wachstum, Nachhaltigkeit muss die Menschheit sowieso umdenken egal welche Staatsform
gewählt wird.