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Neuer Höhepunkt im Goldrausch

28. August 2011 , Geschrieben von The Risk Manager Veröffentlicht in #Markets

"Gold schrumpft Hirn - ein Volk im Rausch"

Das war die Überschrift im Wirtschaftsteil der "FAS" am letzten Sonntag. Dazu ein Foto von Leuten in Gummistiefeln welche mit speziell angefertigten Sieben durch einen Fluß waten und so versuchen einige Krümmel Gold zu erhaschen um den Geldbeutel aufzufüllen. Gold gibt es mittlerweile an der Autobahn, im Automat, und im Fluß so die Frankfurter Allgmeine weiter.

Der Gold Future brach zwei Tage nach diesem Bericht (Dienstag 23.08) ein nachdem zuvor im Tagesverlauf noch einmal ein Allzeithoch von 1912 Dollar pro Unze erreicht werden konnte. Bis Donnerstag sackten die Kurse dann weiter ab und drehten erst bei 1.702 Dollar/Unze. Ein Preisrutsch von annähernd 11% in gut zwei Tagen. Der Goldpreis nahm während dieser extrem rasanten Talfahrt auch das letzte wichtige relative Tief des aktuellen Aufwärtstrends - vom 12. August bei 1.721 Dollar - klar nach unten heraus. Ein Markt ein Wort.

Die gestiegene Volatilität und beschleunigte Aufwärtsbewegung seit Anfang August - bei weiter stabil steigenden Kursen - lässt auf aufkommende Torschlußpanik unter den Goldbullen schließen.

Seit Dienstag dieser Woche erhöhte sich diese Marktdynamik noch einmal erheblich und sie zeigte sich zudem erstmals bei fallenden Notierungen. Ein klares Indiz dafür, dass die Akteure jetzt zunehmend nervös werden. Sie fangen an, dem Braten nicht mehr richtig zu trauen. Die am Horizont auftauchende Marke von sagenhaften 2000 Dollar pro Feinunze tut ihr übriges dazu und wirkt psychologisch auf die Leute ein.

Im Monatschart ist jetzt schon ein klarer "Expansionbar" erkennbar, wenn die Preisbewegungen im August mit denen der Vormonate verglichen werden. Das ist nicht immer derart eindeutig auszumachen. Wer Erfahrung mit Charts hat - ob Intraday oder EoD - weiss, viele starke Trendbewegungen erschöpfen sich in ähnlichen Kursmustern. Wenn es danach auch nicht regelmässig zu einer direkten Trendumkehr kommt, so markiert das Hoch eines solchen Expansionsbars oftmals in etwa den Hochpunkt einer Bewegung für geraume Zeit. Ein schwacher Schlußkurs eines Expansionbars muss dabei nicht vorliegen. Aber auch hier gibt es wie fast immer einen Haken: Es können auch ein oder zwei noch extremere Bars in die gleiche Richtung folgen, die dann im Nachhinein erst den tatsächlichen Bying Climax sichtbar werden lassen.

Auf der anderen Seite ist zu bedenken: Ein Trader muss immer frühzeitig Position beziehen, sonst droht die Statistenrolle bei der eigenen Inszenierung. Research zeigt zudem, dass Bullenphasen in Rohstoffmärkten im Vergleich zu Equities öfter mit einfachen Tops enden. Aktienmärkte dagegen nicht selten Doppeltoppen.

Egal was professionelle Anlageexperten von welchen Banken auch immer jetzt für Kursziele bei Gold ausgeben: Sie wissen es nicht ein Deut besser, als der interessierte Privatakteur. Und dieser wiederum weiss nur eines sicher, dass er nicht wirklich weiss, wo das alles hinlaufen wird. Gute Maktbeobachter des Bären-, aber auch des Bullenlagers werden jedoch spätestens ab dieser Woche ganz genau hingucken, was der Goldpreis treibt. Der Tanz der Bullen wird immer heißer und die Bären gehen auf die Pirsch.

Im Klartext: Zumindest mittelfristige Verkaufschance im Gold vorhanden. Zuschlagen, wenn es zu einer Low Risk Entrygelegenheit kommen sollte! 

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