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Market Recap Week #19 vs #20

13. Februar 2011 , Geschrieben von Der Risikomanager Veröffentlicht in #Common

Im Stats-Fazit habe ich es gestern kurz angerissen, dass sich das Marktverhalten in dieser Handelswoche wieder etwas anders dargestellt hat, als es vor allem in der Woche zuvor der Fall gewesen ist. Zum Beweis noch ein paar Charts. Dazu die Charts der Woche#19 im Vergleich.

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Zweich Sachen stechen ins Traderäuglein. Der Bund lief wieder mit Dynamik vom Eröffnungslevel weg. Dabei wurden ohne größere Probleme Läufe von gut 40 Punkten erreicht, ehe die Richtung entscheidend drehte.

Die zweite Auffälligkeit ist die Richtung der Vormittagsbewegung. Ausnahmslos an jedem Handelstag dieser abgelaufenen Woche, startete der Bund positiv in den Handel. Diese Erkenntnis nutzte ich am Freitag, um einen schlechten Trade möglichst billig zu beenden. Das ist ein Laufverhalten wie im Bullenumfeld. Das sich der Bund darin jedoch nicht aufhält, zeigt die Tatsache, dass die Kursniveaus vom Vormittag nur an einem Tag gehalten werden konnten.

Wie auch immer sich das übergeordnete Umfeld entwickelt: einem Daytrader reicht es völlig aus, wenn sich der Markt gut bewegt. Er sollte nur in etwa wissen, wie sich das größere Bild darstellt. Mit einiger Erfahrung hilft das beim Finetuning des Ansatzes. Die wichtigtste Frage diesbezüglich lautet sicherlich: In welche Richtung entwickelt der Markt gerade die größere Dynamik? Wer das gut herauslesen kann, ist in der Lage, das Risiko effizienter zu evaluieren und das Risk to Reward = RtW besser einzuschätzen, sowie das TM passender zu planen. Das alles wird nicht unb. gebraucht um einfach nur profitabel agieren zu können. Wenn aber die Ansprüche steigen, geht es durchaus um Nuancen, die möglichweise den Profit Factor positiv beeinflussen können.

Dieser Recap macht auch deutlich, dass ein Trader nicht zu hastig seine komplette Herangehensweise ändern sollte. Je länger ein best. Laufverhalten manifest gewesen ist, desto niedriger ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Markt gerade jetzt einen krassen Wechsel vollzieht. Kleine, temporäre Verschiebungen, müssen einfach hingenommen werden. Daran kann sich niemand 100%ig anpassen. Die Equity= EQ wird dann zwangsläufig etwas ins Stottern geraten. Dass ist hinzunehmen!

Damit sich ein Daytrader dennoch mölichst gut anpassen kann, sollte er im Hinterkopf haben, dass das Marktverhalten der jüngsten Vergangenheit (Vortag -x ect.) wohl den größten Einfluss auf den aktuellen Handelstag haben wird. Wissenschaftlich wird sich das schwer bestätigen lassen. Anfänger sollten hier auf die Erfahrung langjähriger intensiver Marktbeobachter achten. Ich spreche hier von Leuten, die wirklich jeden Handelstag live und intensiv miterleben, und regelmäßig noch mal durchgehen und verschiedene Charts unter den Umständen des übergeordneten Umfelds ein weiteres Mal durchgehen und erneut eindordnen. Nicht von solchen, die haufenweise Systeme labortrocken backtesten, ohne auch nur einen kompletten Handelstag je live erlebt zu haben. Sich dann aber u.U. als erfahrene Daytrader der Öffentlichkeit vorstellen. Was ein wirklich guter Daytrader braucht, ist gelebte Markterfahrung, als Basis für wahre Expertise. Die beiden anderen Säulen, von denen die Epertise getragen wird, ist die Meisterschaft im Umgang mit der eigenen Psyche, aber auch der rein technisch, mathematische Background.

Trading ist zwar eine Performancedisziplin, dem Leistungssport artverwand, hat aber diesem gegenüber einen entscheidenden Vorteil. Ein Trader kann Jahr für Jahr durch seine Erfahrungen wachsen und von ihnen profitieren. Im Leistungssport ist diese Phase durch die physische Komponente zeitlich stark eingeschränkt. Tendenziell sollte ein Trader also über die Jahre stetige Verbesserung erfahren. Am Anfang seiner Laufbahn natürlich in größeren Schritten, als mit fortschreitender Dauer. Es wird aber definitiv immer eine - wenn auch noch so kleine - Verbesserung möglich sein.

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