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Social Media Flash Crash - Fake Tweet lässt S&P 500 implodieren

23. April 2013 , Geschrieben von The Risk Manager Veröffentlicht in #Common

 

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Heute um kurz nach 19 Uhr ging der S&P 500 um rund 16 Punkte in die Knie. Und zwar in nur knapp 3 Minuten. Nach 4 Minuten standen die Kurse dann wieder auf ihrem ursprünglichen Ausgangsniveau. Was hier passiert ist kann man als Flash Crash 2.0 bezeichnen, denn ausgelöst wurde diese extreme Marktreaktion durch eine falsche Twitter Meldung über den Account der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press (AP).

Der urpsrüngliche Tweet:

hackofapacc.jpg

Kurze Zeit später dann die Aufklärung durch einen anderen Twitter Account eines AP Offiziellen:

apresponse-Kopie-1.jpgDurchaus interessant und gleichzeitig beängstigend, welchen Einfluß Twitter mittlerweile hat. Auch wenn beim Fake Tweet die Quelle gefehlt hat und umsichtige Marktteilnehmer gleich hätten stutzig werden müssen, bringt es einem als Trader im Endeffekt nichts, wenn man Position hat andere durchdrehen und dadurch kurzfristig der eigene Stop Loss mit heftiger Slippage abgefertigt wird.

Vor allem durch vollautomatische News Analyser Programme, die neuerdings auch Twitter Meldungen durchforsten und anhand ihrer "Semantik- Analyse" Handelsempfehlungen generieren an denen sich wiederum institutionelle Algotrader und Quant Fonds orientieren, erhält die ganze Sache eine gewisse Würze, was die zukünftige Stabilität der Finanzmärkte betrifft. Es wirft die Frage auf: Gehört sowas zur schönen, effizienten, schnellen, vernetzten Computerwelt einfach dazu? Meine Meinung: Ich fürchte, ja. Ansonsten müsste den Medien der Informationskanal Internet zum verbreiten von kursrelevanten Nachrichten komplett verboten werden und wie eh und jeh nur die professionellen Newsfeeds erlaubt sein. Erst vor kurzem wurden die Social Media Dienste aber als Nachrichtenlieferanten für börsenrelevante Meldungen von amerikanischen Aufsichtsbehörden legitimiert, um die vorhandene Grauzone bei der Verbreitung von kursrelevanten Nachrichten zu verkleinern.

hackresponsetwitter.jpg

Diesen Tweet im Nachgang des Ereignisses kann ich nur zu gut nachvollziehen. Ich bin gespannt, ob das Ereignis dennoch nicht noch weitere Kreise ziehen wird. Immerhin haben hier einige Leute viel Geld verloren. Da kann selbst Trading mit System für Profis zum echten Glückspiel mutieren.

Hochvolumiges High Frequency Trading, plus die totale Vernetzung, dazu einige leichtsinnige Hedge-Fonds Manager und obendrauf eine Gruppe entarteter, aber IT technisch hochbewanderter Terroristenspinner, könnten im Hinblick auf die Crashanfälligkeit der Märkte in Zukunft eine explosive Mischung eingehen. Die Islamisten könnten sich ihre Sprengstoffgürtel sparen und sich daran machen direkt in das Herz der wesetlichen Welt zu stoßen, indem sie die weltweiten Finanzmärkte ins Chaos stürzen. Die Regulierer dürfen hier zumindest nicht leichtfertig zur Tagesordnung übergehen.

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