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Eurobonds? Pah von wegen! Tobin Tax, mal wieder!

17. August 2011 , Geschrieben von Der Risikomanager Veröffentlicht in #Common

Die Stimmen der Eurobonds Befürworter werten lauter und lauter, vor allen Dingen im europäischen Ausland.

Das wiederum ist nicht so schwer nachzuvollziehen, denn fast alle können bei diesem Spiel finanziell erst mal gewinnen. Außer Deutschland.  Jetzt gehts also Tripple AAA gegen den Rest der Union.

Am gestrigen Mittwoch erhielten die Befürworter dieser Eurobonds allerdings vorläufig einen Dämpfer. Merkel und Sarkozy sagten: Sie sehen aktuell keinen Anlass für ein solches Instrument, weil Länder mit Haushaltsdisziplin benachteiligt werden und der Druck zum Sparen von den weniger solventen Staaten genommen wird. Am Ende eines europäischen Integrationsprozesses können sie sich eine einheitliche Finanzierung der EU Mitgliedsstaaten über solche Gemeinschaftsanleihen hingegegen durchaus vorstellen.

Sarkozy wörtlich:

Diejenigen, die jetzt drängen, die Eurobonds einzuführen, sind die, die die gemeinsame Währung wollten, aber nichts für die gemeinsame Wettbewerbsfähigkeit getan haben. Die Reformen müssten in der richtigen Reihenfolge angegangen werden.

Gerade im angelsächsischen Wirtschaftsraum stieß der "Sarkel" Gipfel allerdings auf Unverständis bis Amüsement. Hier glauben die meisten, die Europäische Union wird gerade aus kurzfristiger Sicht, nicht um die Eurobonds herumkommen. Einige der Experten sehen diesen Schritt zur Vergemeinschaftung der Schulden bereits bis zum Jahresende auf den alten Kontinent zukommen.

Etwas überaschend auch diese Ansage (da diese Forderung nach 2009 eigentlich schon wieder in den Hintergrund trat und auch nicht unb. als eines der Ergebnisse dieses Treffens zu erwarten gewesen wäre): Merkel und Sarkozy wollen Transaktionssteuer für Finanzgeschäfte in Europa einführen!

Erste Auswirkungen sind schon spürbar.

Heute im Handelsblatt zu lesen:

Im Kampf gegen die Euro-Krise feiert eine alte Idee Wiederauferstehung. Frankreich und Deutschland planen eine Finanztransaktionssteuer – für die Deutsche Börse eine Hiobsbotschaft. Die Aktie rauscht in die Tiefe.

UBS Analyst Giblat wertet den deutsch-französischen Vorschlag Handelsblatt zufolge als:

Bedrohung für die Börsenbetreiber. In Schweden habe eine solche Steuer in den 1990-er Jahren zu einem Rückgang des Handelsvolumens um 85 Prozent geführt, schreibt er in einer aktuellen Studie.

Nach Angaben der gleichen Zeitung, erzielt die Deutsche Börse Schätzungen zufolge rund 80 Prozent ihrer Handelserlöse an europäischen Märkten, beim Fusionspartner Nyse Euronext stammt etwa ein Drittel der Erlöse aus Europa.

Auch wenn bei einem Vorschlag einer FTS nicht unbedingt der Privattrader die Hauptzielscheibe darstellt, so wird dieser dadurch zwangsläufig betroffen sein und zum Colateral Damage werden. Leider muss jetzt wieder jeder, der Börsenspekulation als Geschäftsmodell sein eigen nennt, sehr aufmerksam sein, um rechtzeitig Konsequenzen ziehen zu können. Auch die Verwantwortlichen der großen deutschen Börsen, sowie Broker und Zuarbeiter der Tradingbranche werden heute mit einem komischen Ziehen in der Magengegend aufgewacht sein.

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