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Es gibt nur ein Argument, "diesen" Euro am Leben zu halten

21. Mai 2013 , Geschrieben von The Risk Manager Veröffentlicht in #Common

In einem interessanten Streitgespräch zwischen AfD Frontmann Lucke und dem Präsidenten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Dennis Snower, wird es offensichtlich: In der Sache hat Lucke die Argumentationsgrundlage von Herrn Snower schnell als haltlos entblößt, denn es wird niemals politisch unabhängige Institutionen geben, deren Aufgabe es ist, die Einhaltung von Verschuldungsregeln einzelner Staaten zu kontrollieren. Wer daran glaubt, lügt sich in die eigene Tasche. Die Metamorphose der einst unabhängigen EZB zum politisch gelenkten Staatsfinanzierer, ist das jüngste Beispiel für diese Behauptung. Nur der Druck der Zinsen, also der Preis für neue Schulden, zwingt die Politik zur Disziplin.

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Kein etablierter Politiker konnte die Argumente der AfD in der direkten Konfrontation bisher überzeugend kontern. Stattdessen scheinen sie zusehends nervöser zu werden und versuchen die AfD - wie ich bereits in meinem ersten Artikel zu dieser Partei voraussah - lediglich mit Schmutz zu bewerfen, ohne sich fair mit ihrer Argumentation zur Eurokrise auseinandersetzen zu wollen. Um es mit den Worten der "Wirtschaftswoche" zu sagen: "Demokratie geht anders". Und genau das wirft die AfD den etablierten Parteien u.a. vor.

Mit Statements wie das des hessischen Ministerpräsidenten Bouffier, der, in einer für das Empfinden vieler Bürger geringschätzigen und bevormundenden Art und Weise seine Wähler darauf aufmerksam machte, dass die Wählerstimme für die AfD eine verlorene ist, entlarven die Platzhirsche der deutschen Politik sich Stück für Stück selbst. Auch zornige, abwertende Bemerkungen seitens der FDP, die ihre Felle durch Stimmenwanderung zur AfD davonschwimmen sieht, zeigen die Hilflosigkeit der angestammten Politiker - Klientel, welche den Mut nicht aufbringt, sich öffentlich den Argumenten der AfD zu stellen. Totschweigen oder diffamieren, ist die Devise der Etablierten. Warum ist klar: Sie haben - ähnlich wie der Präsident des Kieler Instituts - keine wirklich brauchbaren Gegenargumente zu den Positionen der Protestbewegung, was die Euro-Frage anbelangt. 

Die "soziale und politische Brisanz" der Angelegenheit "Rückabwicklung des Euro", ist offiziell somit das einzige nennesnwerte Argument der Euro-Retter. Aber ist der Status Quo in der EU nicht gerade der Auslöser für sozial brisante Entwicklungen, gerade auch auf lange Sicht?

Die Taktik der Politik in Europa zielt darauf ab, den Leuten weiss zu machen, dass sich ihre Probleme auch ohne gravierende Einschnitte lösen lassen. Nämlich, indem die EZB Geld druckt. Irgendwann wird ein Reförmchen durchgeführt, ein paar Ausgaben gekürzt, und dann wird das schon wieder. Die wahren Preisschilder der Eurorettung, haben die Staatslenker wohlweislich nie wirklich hinter dem Tresen ihrer Eurokraten in Brüssel hervorgekramt.

Konkret hat Snower vom Kieler Institut für Weltwirtschaft Bedenken, dass die Einstellung von Hilfszahlungen aus Deutschland als Akt der Aggression bei den anderen Mitgliedern der EU gesehen wird, was wiederum das politische Klima derart vergiften würde, dass Europa im Chaos endet.

Menschlich nachvollziehbar ist es natürlich, wenn gerade ein deutscher Politiker möglichst vermeiden möchte, als Vernichter des Euro in die Geschichtsbücher einzugehen. Professor Lucke hält aber dagegen:

"Bei der Hegemoniegeschichte geht es doch um den Vorwurf, die Deutschen wollten den Schuldnerländern  unser deutsches Wesen aufzwingen. Genau das ruft den Unwillen in diesen Ländern hervor. Damit müssen wir aufhören. Ohne Hilfszahlungen aus Deutschland gäbe es keine Austeritätsauflagen von fremden Mächten mehr. Wenn wir Deutschen andere Länder respektieren wollen, sollten wir ihnen zugestehen, wieder so zu leben, wie sie es wollen. Wir entlassen sie in die Freiheit.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Ob mit jetzigem Euro-System, Euro -Kollaps, oder in einem umgebauten Währungsverbund: Die Deutschen müssen auf längere Sicht - in allen drei Fällen - mit massiven zusätzlichen finanziellen Belastungen rechnen. Die eigentliche Frage für uns Deutsche lautet daher vielmehr: In was für einem Europa möchte ich als deutscher Staatsbürger in Zukunft überhaupt leben?

Vor einiger Zeit habe ich eine Umfrage zur Vergemeinschaftung der Schulden in Europa durchgeführt.

Da das Thema Euro mit der anstehenden Bundestagswahl im September wieder aktueller denn je ist, und die neue Protestpartei "Alternative für Deutschland" (AfD) mittlerweile eine enorme Aufmerksamkeit erfährt, will ich in einer neuen Abstimmung gerne wissen, ob Sie bereit sind die "Alternative" zu wählen, oder nicht?

Je mehr Leser sich beteiligen, desto aussagekräftiger ist das Ergebnis. Also einfach Antwort markieren und voten. Weitersagen ist auch erlaubt.

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