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Ab heute ist Kroatien neues Mitglied der EU

1. Juli 2013 , Geschrieben von The Risk Manager Veröffentlicht in #Common

Seit rund zehn Jahren laufen die Verhandlungen zwischen EU - Kommission und dem Adria - Staat zur Aufnahme in den erlauchten Kreis der EU Länder. Heute ist es soweit: Wir können Kroatien als 28 EU Staat begrüßen. Wir heissen ein Land mit blauem Meer, schöner Küstenlinie und viel Tourismus herzlich willkommen.

Doch auch die andere Seite der Kroatien - Medaille ist erwähnenswert. Die EU bekommt einen weiteren Mittelmeeranreiner dazu, der bereits fünf Jahre in der Rezsssion steckt. Es plagen ihn eine überdimensionierte, ineffiziente Verwaltung, nicht wettbewersfähige oftmals noch staatliche Unternehmen, sowie ein starrer Arbeitsmarkt mit überdurchschnitlich hohen Löhnen und 20 Prozent Arbeitslosigkeit. Zudem zeichnet sich das Land durch Korruption bis in die höchsten politischen Ebenen aus. Auslandsinvestitionen Fehlanzeige. Von EU Standards ist Kroatien eigentlich weiterhin meilenweit entfernt - wenigstens von den EU Standards früherer Zeiten.

Es könnte sich bei dem eben Aufgezählten auch um eine Blaupause aus der Beschreibung Griechenlands handeln. Und auch in diesem Fall wird die EU - Kommission erneut mehr als nur ein Auge zudrücken müssen, um diese neue EU Nation als beitrittsfähig einstufen zu können. Selbst der renomierte Wirtschaftsprofessor Mladen Vedris von der Uni Zagreb gibt unumwunden zu:

"Die kroatische Wirtschaft ist nicht reif für den EU Beitritt".

Auch wenn Kroatien noch nicht dem Euroverbund angehören wird und dadurch auch nicht gleich unter den Rettungsschirm schlüpfen kann werden dem maroden Staat bis 2020 aus EU Fördertöpfen bis zu 14 Milliarden Euro zugesichert. Der deutsche und europäische Steuerzahler wird also den nächsten "aussichtsreichen" Kandidaten für den Euro aufpäppeln müssen.

Durch die europäische Unterstützung - das wird selbst in politischen Kreisen hierzulande befürchtet - könnte der Reformeifer Kroatiens nach der Aufnahme in die EU erlahmen. Die Beispiele Bulgarien und Rumänien untermauern diese Annahme. Trotzdem stimmte das deutsche Parlament im März dem Beitritt zu. Wirtschaftliche Aspekte können unsere Abgeordneten nicht dazu bewogen haben. Es scheint so, als ob hier rein politische Gründe eine Rolle spielen. Die Aufnahme Kroatiens soll Ansporn für andere Balkanländer sein und so die chronisch vor sich hin köchelnde Region stabilisieren.

Dann wünschen wir diesem Plan der Euro - Politiker einfach mal gutes Gelingen und bereiten uns gleichzeitig auf ein neues Land am Tropf der EU "Blutbank" vor.

Quelle: FAS

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